Themenzirkel 2: Angebote für Jugendliche mit Migrationshintergrund
Die Ausrichtung für die Arbeit des Themenzirkels „Berufliche Integration von Jugendlichen mit Zuwandererhintergrund“ wurde bei der Auftaktveranstaltung des Regionalen Übergangsmanagements in 2009 festgelegt. Folgende Themenstellungen hatten sich zur Bearbeitung herauskristallisiert:
· Informationsmanagement
· Qualifizierte Förderung
Einen Beitrag zur Umsetzung der Beruflichen Integration von Jugendlichen mit Zuwandererhintergrund sahen die Themenzirkelmitglieder in einer besseren Information dieser Personengruppe über die Möglichkeiten und die Anforderungen unseres Schul- und Bildungssystems.
Projektformate, die bereits erfolgreich praktiziert werden, sind in den Blick gerückt:
· Kolleginnen und Kollegen aus der Sozialen Arbeit und in den Schulen haben Ideen aufgegriffen und setzen sich mit umsetzbaren Konzepten auseinander. Sie beabsichtigen, spezielle Informationsformen für Eltern mit Zuwandererhintergrund einzuführen.
· Der Aufbau von Kontakten zu ausländischen Gemeinden ist von besonderer Bedeutung für das Erreichen und die Informationsgestaltung bestimmter Personengruppen. Ein guter Kontakt zur Türkisch-Islamischen Gemeinde in Bad Schwalbach ist hergestellt.
Gemeinsam geplant ist eine Informations- und Beratungsveranstaltung für Jugendliche am Übergang Schule-Beruf in den Räumlichkeiten der Gemeinde. Eine Veranstaltung für die Eltern soll folgen. In einem nächsten Schritt – dieser Vorschlag wurde von den Gesprächsteilnehmer/-innen besonders begeistert aufgegriffen - könnten Mitglieder der Gemeinde in Sachen Schule und Bildungssystem geschult werden und ihr Wissen als Multiplikator/-innen in die Gemeinde einbringen.
· Ein Kontakt zur Türkisch-Islamischen Gemeinde in Idstein ist ebenfalls aufgebaut. Weitere Migranten-Selbstorganisationen sollen in das Bildungs-Netzwerk eingebunden werden.
Das Thema Förderung umfasst die Bereiche Förderung der Sprachkompetenz und Förderung der Persönlichkeits- und Lernentwicklung:
· Sprache ist der Schlüssel zum schulischen Erfolg und damit für eine gelingende Integration. Hier wird die größte Herausforderung deutlich. Viele Zuwanderer/-innen können die deutsche Sprache verständlich sprechen und schreiben, sie haben jedoch große Probleme mit der Sinnerfassung. Wer den Sinn eines Textes nicht erfassen kann, kann die Sprache nicht ausreichend nutzen und anwenden und wird somit keinen Erfolg in der Schule haben.
· Zum Aufbau von finanzierbaren und gleichzeitig qualifizierten Fördermöglichkeiten, die ergänzend zum Unterricht in den Schulen angeboten werden können, ist ein Projekt der Stiftung Mercator ins Blickfeld gerückt, das das Amt für Soziale Arbeit in Wiesbaden durchführt. Die Stiftung fördert unter anderem Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten unter dem Aspekt der Weltoffenheit und der Toleranz durch interkulturelle Begegnung.
Angedacht ist, allen Schulen im Rheingau-Taunus-Kreis das Konzept des Wiesbaden-Projektes bekannt zu machen, und bei Interesse Unterstützung zu leisten, um Fördergruppen einzurichten, die von zusatzqualifizierten Fachkräften geleitet werden. Die Kosten halten sich in einem sehr überschaubaren Rahmen. Die Koordinierungsstelle ist gerne bereit, bei der Recherche nach Finanzierungsquellen behilflich zu sein.
Der Themenzirkel befasst sich weiter mit …
… der Frage, wie offen und Chancen eröffnend die Gesellschaft jungen Migrantinnen und Migranten gegenüber steht. Welche Haltung nehmen wir, die wir in den Schulen, in der Sozialen Arbeit, in der Verwaltung tätig sind, ihnen gegenüber ein? Sehen wir nur die Defizite oder nehmen wir auch die besonderen Kompetenzen, die sie mitbringen, in den Blick?
Kontakt:
Gabriele Schuster, mail: schuster(at)ruem-rtk(dot)de




